Schritt 1 — Die erste Kontaktaufnahme
KONTAKTDie Zusammenarbeit beginnt nicht wenn du durch die Tür kommst — sie beginnt mit der ersten Nachricht.
Du kannst mir per WhatsApp schreiben, eine E-Mail schicken oder anrufen. Wenn du anrufst, bitte ich dich meistens auf WhatsApp zu wechseln — dort können wir Bilder und Ideen direkt teilen, das ist für uns beide effizienter.
In dieser ersten Nachricht schaue ich mir an: Was möchtest du? Welchen Stil — Fineline, Realistik, Blackwork, ein Narben Cover Up, Lettering, Tribal, Mandala, ein realistisches Portrait? Welche Körperstelle? Hast du schon eine Vorstellung — oder weisst du nur dass du etwas möchtest, aber noch nicht genau was? All das hilft mir einzuschätzen wie viel Zeit wir brauchen werden und ob das Projekt zu mir und meinem Stil passt.
Es gibt auch Fälle in denen ich Nein sage — und das ist nicht als Beschämung gemeint. Wenn es für einen bestimmten Stil oder eine Technik jemanden gibt der deiner Idee besser entspricht, schicke ich dich gerne zu ihm. Das Ziel ist Zufriedenheit — auf allen Seiten. Auch wenn das mein Beruf ist: Verantwortung! Nur für dein Geld werde ich dich nicht tätowieren.
Schritt 2 — Das erste Gespräch
GESPRÄCHWenn ich das Projekt annehme, vereinbaren wir ein Treffen. Das findet meistens wochentags statt, von Montag bis Freitag — manchmal auch samstags oder sonntags um 11 Uhr wenn es anders nicht geht.
Ich habe Kunden aus dem Raum Bern, Solothurn, Biel, Burgdorf, Thun und Olten — aber auch aus Zürich, St. Gallen und manchmal sogar aus dem Ausland. Egal wie weit jemand reist: ich lade jeden zu einem persönlichen Gespräch ein. Wenn jemand von weit her kommt, versuche ich das so zu organisieren dass wir nach dem Gespräch gleich noch den Design-Plan angehen — damit die Anreise nicht zweimal nötig ist.
Wir setzen uns zusammen, trinken etwas — im Studio gibt es immer Getränke — und reden über deine Idee. Bei kleineren, einfacheren Projekten reicht dieses Gespräch oft aus. Bei komplexeren Wünschen oder wenn die Vorstellung noch nicht ganz klar ist, gebe ich dir einen Fragebogen den ich selbst entwickelt habe.
Dieser Fragebogen hilft mir enorm. Er enthält Fragen die ans Licht bringen: Warum möchtest du dieses Tattoo? Was bedeutet es dir? Welche Emotion soll es auslösen? Oft weiss der Kunde selbst nicht genau was er will — der Fragebogen hilft uns beiden das herauszufinden.
Schritt 3 — Inspirationsbilder sammeln
INSPIRATIONNach dem Gespräch gebe ich dir ein paar Tage Zeit. Zu Hause, in Ruhe, durchstöbere Pinterest und Google und speichere Bilder die dir nah sind.
Wichtig: Ich erwarte kein fertiges Design das kopiert werden soll. Ich erwarte Inspirationen. Ein Bild das dir insgesamt nicht gefällt — aber ein bestimmtes Element darin spricht dich an? Speichere es. Genau das hilft mir deine Bildwelt und deinen Geschmack zu verstehen — egal ob es um ein Fineline Tattoo, ein realistisches Portrait, ein Blackwork Mandala, ein Tribal Motiv, ein Narben Cover Up geht oder etwas ganz anderes.
Schritt 3,5 — Wenn es kein Bild gibt, nur ein Gefühl
GEFÜHLNicht jeder kommt mit einem Bild zu mir. Viele kommen mit einem Gedanken, einem Gefühl, einem inneren Bild das sie noch nie auf Papier gesehen haben — sie spüren nur dass es irgendwo da ist.
Das ist für mich eine der aufregendsten Situationen.
In solchen Momenten ist es meine Aufgabe mit all meiner Kraft und Fantasie den Ort zu finden wo ihr Gedanke verwurzelt ist. Ich frage. Ich höre zu. Ich versuche zu verstehen was sie wirklich bewegt — nicht die Oberfläche, sondern was darunter liegt. Genau dafür habe ich den Fragebogen entwickelt den ich in solchen Situationen immer heraushole — er führt tiefer als eine Bildersuche. Menschen können oft nicht zeigen was sie fühlen, aber sie können es erzählen. Und ich habe das Fachwissen und das Bildrepertoire um aus diesen Gefühlen und Gedanken Vorschläge zu machen — wie man das darstellen könnte, in welche Richtung wir gehen könnten.
Wenn du kein Bild hast — kein Problem. Komm. Beim Treffen wird sich etwas ergeben.
Schritt 4 — Der Design-Termin
DESIGNDer Design-Termin ist das Herzstück meiner Arbeit. Nur wenigen Tätowierern in diesem Beruf bin ich begegnet die diese Methode so konsequent verfolgen — egal wo sie arbeiten.
Du sitzt neben mir. Du siehst live zu wie der Plan deines Tattoos entsteht. Jedes Bild das ich verwende ist ein Unikat — keine Google-Kopie. Nie gesehene, neu erschaffene Bilder, geformt mit meinem Fachwissen und deiner Vorstellung.
Je nach Motiv und Körperstelle verwende ich verschiedene Werkzeuge: Ich arbeite in Photoshop auf einem Foto deiner Körperstelle, bei Bedarf in einem 3D-Programm wo wir den Körperteil von allen Seiten drehen können — so passt sich das Design genau den Kurven und der Bewegung des Körpers an.
Du kannst in Echtzeit eingreifen: hier grösser, dort anders positioniert, dieser Kontrast tiefer. Wir machen es zusammen — natürlich im Rahmen der Grundregeln des Tätowierens und der Gegebenheiten des Körpers.
Der Design-Termin kostet 100 CHF pro Stunde. Bei einfacheren Projekten — ein Unterarm, eine Hand, ein kleineres Motiv — berechne ich meistens nicht mehr als eine Stunde, auch wenn wir mehr Zeit verbracht haben. Bei komplexeren Projekten — ganzer Arm, ganzer Oberschenkel, Rücken — berechne ich mehr Stunden, aber auch dort ist der berechnete Preis oft nicht proportional zur verbrachten Zeit. Ich bin flexibel.
Die Preise
KOSTENMeine Preise basieren auf Sitzungen, nicht auf einem offenen Stundensatz. So weisst du vorher was ein Projekt kostet — keine Überraschungen.
Nach dem Design gehe ich das Motiv Quadratzentimeter für Quadratzentimeter durch und schätze die Tätowierzeit. Daraus ergibt sich die Anzahl der Sitzungen und der Preis. Was ich sage — das ist der Preis. Er kann weniger sein, niemals mehr.
Bei grossen Projekten — zehn oder mehr Sitzungen — bin ich bereit über eine finanzielle Erleichterung zu sprechen wenn die Situation das erfordert.
Schritt 5 — Der Tattoo-Tag
TATTOO-TAGAm Tattoo-Tag bin ich ein anderer Mensch. Das sage ich ehrlich.
Ab dem Aufwachen schliesse ich alle ablenkenden Faktoren aus. Ich trinke meinen Kaffee und stimme mich auf das Design ein. Das klingt vielleicht seltsam — aber es bedeutet dass du an diesem Tag den fokussiertesten Nandi bekommst. Einige Kunden bemerken das und wundern sich kurz. Dann verstehen sie es.
Wenn du ankommst, bitte ich dich etwas früher zu kommen — etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Tätowieren. Das ist kein Zufall. Diese Zeit ist dafür da dass du dich auch einstimmst. Lass den Lärm des Tages zu Hause — die Sorgen der Arbeit, den Trubel des Alltags, all die Gedanken die dich sonst innerlich beschäftigen. All das gehört nicht in den Moment in dem wir deinem Selbstbild ein neues Element hinzufügen. Es braucht ein wenig Ruhe, Komfort und Konzentration für das was wir gemeinsam tun werden. Dabei versorge ich dich mit etwas zu trinken — und wenn du noch etwas brauchst: unten im Gebäude ist ein Coop, wir können jederzeit kurz runter.
Wir schauen uns das Design nochmals gemeinsam an und probieren den Stencil am Körper — wir prüfen ob er auf der gekrümmten Fläche wirklich gut sitzt. Erst wenn wir beide zu 110% zufrieden sind, fange ich an.
Die Tür ist zu. Dieser Tag gehört dir und mir — keine Unterbrechungen, keine Ablenkung. Alle 1 bis 1,5 Stunden machen wir eine kurze Pause — rauchen, essen, trinken, usw.
Wichtig vor dem Termin
Besonders für Frauen — höre drei bis vier Tage vorher auf die zu tätowierende Stelle einzucremen. Auf öliger, eingecrémter Haut haftet der Stencil nicht — das erschwert meine Arbeit und verlangsamt den Fortschritt. Komm ausgeruht, bring gerne Kopfhörer mit wenn du magst.
Schritt 6 — Tattoo Nachsorge und Heilung
NACHSORGEWenn das Tattoo fertig ist, desinfiziere ich die Stelle und klebe eine Schutzfolie auf — die bleibt fünf Tage drauf. Diese Tattoo Folie schützt in den ersten drei kritischen Tagen während sich die Haut regeneriert, die Heilung beginnt und die Farbe setzt. Die Folie lässt die Haut atmen und schützt gleichzeitig vor äusseren Einflüssen.
Danach bin ich jederzeit per WhatsApp erreichbar. Fragen zur Heilung, Unsicherheiten, irgendwas — schreib mir, ich antworte so schnell ich kann.
Noch etwas zum Schluss
PREISFRAGEWenn du bis hier gelesen hast, verstehst du die Methode — und deshalb verstehst du auch dass ich online, ohne dich zu kennen, auf einen Blick keinen Preis nennen werde. Ich will es auch gar nicht.
Menschen die damit anfangen ein Bild zu schicken und zu fragen was es kostet — ehrlich gesagt nehme ich sie nicht besonders ernst. Nicht weil ich arrogant bin. Sondern weil wer das fragt, noch nicht verstanden hat wie ich arbeite. Und wer nicht versteht wie ich arbeite, ist wahrscheinlich nicht mein Kunde.
Mir ist es wichtig dass der Mensch auf dem ich tätowiere mich versteht — und ich ihn. Darum geht es in diesem Beruf: um die Verbindung zwischen Menschen, und darum jemanden auf eine neue Ebene zu heben. Das war immer der tiefste Antrieb hinter dem Tätowieren — damals wie heute.
Deshalb gebe ich auch bei kleinen, einfachen Motiven keinen Preis online. Wir müssen uns erst kennenlernen. Komm — und alles wird sich klären.