Sechs Bereiche: Preis & Ablauf · Termin & Studio · Vor dem Tattoo · Während der Sitzung · Nach dem Tattoo · Stile & Korrektur. Für die grossen Themen findest du unten jeweils eine ausführliche Seite.
PREIS UND ABLAUF
Was kostet ein Tattoo bei dir?
Mein Minimum liegt bei CHF 220. Grössere Arbeiten rechne ich in Sitzungen ab: halbe Sitzung (3 Stunden) CHF 490, ganze Sitzung (5 Stunden) CHF 899, Design-Termin CHF 100 pro Stunde. Diese Zahlen sind kein Geheimnis.
Warum nennst du per WhatsApp trotzdem keinen Preis?
Weil ich aus einem Foto nicht sehen kann, wie gross dein Motiv auf deiner Haut tatsächlich wird. Ob es ins Minimum fällt oder eine ganze Sitzung braucht, hängt von Grösse, Körperstelle, Detailgrad und Hauttyp ab. Ich sage dir lieber gar nichts, als eine Zahl, die ich später nicht halten kann.
Was heisst Maximalpreis?
Nach dem Design-Termin gehe ich das Motiv Zentimeter für Zentimeter durch und nenne dir eine Zahl. Diese Zahl ist die Obergrenze. Weniger kann es werden, mehr nie. Wenn ich mich verschätze, ist das mein Fehler und nicht deiner — aktuell laufen zwei Projekte, bei denen ich falsch geschätzt habe, und die zusätzlichen Sitzungen gehen auf mich.
Gibt es eine Anzahlung?
Nein. Eine Anzahlung heisst im Grunde: ich traue dir nicht. Ohne Vertrauen funktioniert dieser Beruf nicht. Dass jemand nicht kommt, passiert vielleicht einmal im Jahr — das ist es mir wert.
Ist das Beratungsgespräch kostenlos?
Ja. Das erste Gespräch, in dem wir über deine Idee, die Körperstelle und den Umfang reden, kostet nichts. Der Design-Termin, an dem ich tatsächlich entwerfe, wird mit CHF 100 pro Stunde berechnet.
Kann man über den Preis verhandeln?
Nein. Ich sage das freundlich, aber deutlich: wer zu handeln anfängt, ist bei mir falsch. Der Preis, den ich nenne, ist bereits fair kalkuliert.
Was ist der Unterschied zwischen halber und ganzer Sitzung?
Eine ganze Sitzung dauert 5 Stunden, eine halbe 3. Weniger auf einmal heisst weniger Belastung — sinnvoll, wenn du ein grosses Projekt in deinem Tempo angehen willst. Der Unterschied im Gesamtpreis ist gering.
→ Ausführlich: wie ich Projekte kalkuliere · der ganze Ablauf
TERMIN UND STUDIO
Wann kann ich einen Termin bekommen?
Ich arbeite nach Vereinbarung, je nachdem wann du Zeit hast. Nach Feierabend ist kein Problem, Wochenende und Sonntag auch nicht. Schreib mir per WhatsApp, wir finden einen Termin.
Wo genau ist das Studio?
Unterdorfstrasse 7, 3427 Utzenstorf. 20 Minuten von Bern, 15 von Solothurn, 20 von Biel, 12 von Burgdorf. Kostenlose Parkplätze direkt vor dem Studio. Vom Bahnhof Utzenstorf sind es 4 Minuten zu Fuss.
Sind noch andere Kunden da?
Nein. Es ist ein privates Studio — pro Termin ist nur ein Gast da. Kein Wartezimmer, keine anderen Leute nebenan, kein Lärm. Nur du, deine Idee und Zeit.
Kann ich jemanden mitbringen?
Ja, sag mir vorher Bescheid. Bei längeren Sitzungen ist es für manche angenehmer, jemanden dabei zu haben.
Machst du auch Piercings?
Ja, aber schreib mir vorher, welches Piercing du möchtest. Nicht jedes führe ich durch — ich sage dir vorab, ob ich es machen kann.
Gibt es Pflegeprodukte im Studio?
Ja. Seife, Creme und UV-Schutz für Tattoos, für Piercings zwei verschiedene Sprays und Mundspülung. Du hast alles dabei, was du für die Heilung brauchst.
VOR DEM TATTOO
Ab welchem Alter geht das?
Ab 18 tätowiere ich ohne Weiteres. Darunter hängt es von der gesetzlichen Lage und der Zustimmung der Eltern ab — frag mich konkret, ich sage dir, was in deinem Fall gilt.
Wie bereite ich mich vor?
Iss vorher etwas. Das ist keine Empfehlung, sondern Voraussetzung — mit leerem Magen wird es für dich unangenehm und für mich schwierig. Schlaf ausreichend, trink genug, kein Alkohol am Vorabend. Zieh etwas an, das die Körperstelle freilässt und das dreckig werden darf.
Kann ich sehen, wie es aussehen wird, bevor gestochen wird?
Ja, und das ist bei mir der Normalfall. Ich entwerfe digital direkt auf einem Foto deiner Körperstelle. Du siehst das Motiv in der richtigen Grösse an der richtigen Stelle auf deiner Haut, bevor die Nadel ansetzt. Wir passen an, bis es für uns beide stimmt.
Ich habe eine Idee, kann sie aber nicht zeichnen. Ist das ein Problem?
Nein, das ist der Normalfall. Meine Arbeit ist, deinen Gedanken in ein Bild zu übersetzen. Bring mit, was du hast — Bilder, Stichworte, eine Geschichte. Daraus entwickeln wir gemeinsam etwas Eigenes.
Ich bin unsicher, ob ich es wirklich will.
Dann warte. Ich rede niemanden zu einem Tattoo. Es gibt zwei Arten von Unsicherheit: du bist dir bei der Sache selbst nicht sicher — dann ist es vielleicht nicht für dich. Oder du bist dir sicher, kannst es dir nur nicht vorstellen — dafür ist die Beratung da.
Drei Fragen, die du dir selbst stellen solltest: Was willst du? Warum? Und wie beeinflusst es dein Leben — positiv?
Gibt es eine dumme Frage?
Nur eine: "darf ich etwas fragen?". Alles andere ist berechtigt. Ich bin kein Gedankenleser und habe keine Glaskugel — was du nicht sagst, weiss ich nicht.
→ Ausführlich: Kleine Tattoos — wie klein ist zu klein?
WÄHREND DER SITZUNG
Tut es weh?
Es ist kein richtiger Schmerz, eher ein nerviges Zwicken. Probier es aus: kneif dich mit zwei Fingerkuppen in den Unterarm, nicht mit dem Nagel. Kneifst du an derselben Stelle weiter, wird es erträglicher. Einen Zentimeter weiter ist es wieder scharf. Genau so fühlt es sich an.
Zwei Dinge kommen dazu: gehe ich in ein bereits bearbeitetes Feld zurück, ist es wieder deutlich. Und nach drei bis vier Stunden wird die Haut insgesamt empfindlicher.
Ist das wie Blut abnehmen?
Nein, völlig anders. Beim Blutabnehmen wird eine Vene durchstochen. Beim Tätowieren arbeite ich in der zweiten Hautschicht — eine andere Tiefe und ein anderes Gefühl.
Was, wenn ich es nicht durchhalte?
Rund neun von zehn halten die geplante Zeit durch. Wenn nicht, ist das kein Drama: ich schliesse so ab, dass wir beim nächsten Mal sauber weitermachen können. Sag es mir früh, nicht wenn du schon fast umkippst.
Was, wenn mir das Ergebnis während der Arbeit nicht gefällt?
Sag es sofort. Nicht danach. "Ich habe mich nicht getraut, etwas zu sagen" ist der grösste Fehler, den du machen kannst — solange ich arbeite, kann ich vieles anpassen. Wenn es dir gefällt, sag das übrigens auch: daraus hole ich oft noch mehr heraus.
Wie lange dauert es?
Das hängt vom Projekt ab, nicht vom Stil. Ein kleines Motiv kann schnell gehen, ein grosses Projekt braucht mehrere Sitzungen. An einem ganzen Tag komme ich auf etwa 4 Stunden effektive Stechzeit — der Rest geht für Vorbereitung, Abschluss, Folie und Reinigung drauf.
NACH DEM TATTOO — HEILUNG
Wie pflege ich mein frisches Tattoo?
Du bekommst von mir eine schriftliche Anleitung mit. Die Kurzfassung: sauber halten, dünn eincremen, nicht kratzen, nicht abziehen.
Was darf ich während der Heilung nicht?
Keine Sonne. UV wirkt wie ein langsamer Laser. Nicht baden — kein Schwimmbad, keine Badewanne, keine Sauna. Kein Sport. Training verursacht Mikroverletzungen, die sowohl die Heilung als auch das fertige Bild verschlechtern. Nach etwa zwei Wochen kannst du wieder in die Sonne, dann mit Lichtschutzfaktor 50+.
Es sieht schlecht aus. Was jetzt?
Meistens ist es weniger schlimm, als es aussieht — Heilung sieht selten schön aus. Melde dich bei mir, ich schaue es an. Wenn ich nicht weiterhelfen kann, geh zur Dermatologin oder zum Dermatologen; in vielen Fällen löst eine Kortisonsalbe das Problem. Bei Anzeichen einer Infektion gehst du direkt zum Arzt, nicht zu mir.
Und ehrlich: wenn eine Heilung wirklich katastrophal verläuft, liegt es häufig am Tätowierer, der die Haut zu stark bearbeitet hat. Das ist mir selbst auch schon passiert.
Was, wenn nachgebessert werden muss?
Eine Nachbesserung innerhalb von 6 Wochen nach dem Termin ist kostenlos. Melde dich einfach, wir schauen es gemeinsam an.
Wie lange hält ein Tattoo wirklich scharf?
Das hängt stark vom Stil ab. Kräftige schwarze Flächen halten am besten, feine Linien haben am wenigsten Reserve. Generell gilt: Sonnenschutz ist auch nach Jahren noch relevant, nicht nur in den ersten Wochen.
STILE, KORREKTUR UND ENTSCHEIDUNG
Welche Stile machst du?
Mein Schwerpunkt ist realistisches Black & Grey — Portraits, Tierportraits, Sleeves. Daneben Fineline, Blackwork mit Mandala und Geometrik, Tribal und Maori-inspiriertes Blackwork, florale Motive, Lettering und Schriftzüge, sowie Cover-ups und Narben-Arbeiten.
→ Realistik · Fineline · Blackwork & Mandala · Tribal & Maori · Floral · Lettering · Cover-up & Narben
Kann man ein altes oder schlechtes Tattoo überdecken?
Oft ja, aber ich kann es aus einem Foto nicht beurteilen. Auf einem Bild sehe ich weder die Sättigung noch die Tiefe des alten Pigments noch mögliches Narbengewebe — und genau das entscheidet. Komm vorbei, dann bekommst du eine ehrliche Antwort, auch wenn sie "so nicht" lautet.
→ Ausführlich: Cover-up und Narben-Tattoo
Tätowierst du auf Narben?
Ja, wenn die Narbe vollständig ausgeheilt und reif ist. Was ich ehrlich sage: die Narbe verschwindet nicht. Was sich erreichen lässt, ist, dass sie nicht mehr das Erste ist, was man sieht.
Kann ich ein Bild aus dem Internet mitbringen?
Bring es mit, es ist ein guter Startpunkt. Ich arbeite dann aber lieber so, dass daraus deine eigene Version wird. Bei KI-Bildern gilt: sie sehen oft grossartig aus, aber ein digitales Bild hat keine Haut — ob das Motiv in dieser Grösse an dieser Stelle so umsetzbar ist, sagt das Bild nicht.
Sagst du auch mal nein?
Ja. Nicht, weil mir eine Idee nicht gefällt — ich will kein Tätowierer sein, der dir vorschreibt, was du auf deiner Haut trägst. Nein sage ich, wenn ich in dieser Kombination aus Motiv, Grösse und Körperstelle kein Ergebnis liefern kann, hinter dem ich stehe. Dann bekommst du einen Gegenvorschlag.
Wie viel darf ich beim Design mitreden?
Da gibt es zwei Fälle, und es hilft, zu wissen, in welchem du bist. Willst du deine eigene Idee umgesetzt haben, hast du das letzte Wort. Kommst du, weil dir mein Stil gefällt, wird es meine Arbeit — dann lass mich arbeiten. Beides ist in Ordnung, nur vermischen sollte man es nicht.
Woran erkenne ich einen guten Tätowierer?
In der Schweiz braucht ein Maler eine dreijährige Ausbildung. Für Tätowieren gibt es null Pflichtstunden. Das heisst nicht, dass Anfänger schlecht sind — aber sie sollten in einem Studio neben einem erfahrenen Tätowierer lernen.
Worauf du achten solltest: verheilte Arbeiten, nicht nur frische Fotos. Ob dir jemand auch sagt, was nicht geht. Und die Chemie — wer dir etwas für den Rest deines Lebens in die Haut setzt, sollte auf deiner Wellenlänge sein. Wenn das nicht stimmt, geh weiter. Das gilt auch für mich.
Werde ich es bereuen?
Umfragen zeigen: 14 bis 22 Prozent bereuen mindestens ein Tattoo. Fast immer aus denselben Gründen — spontan gemacht, unter Druck entschieden, beim falschen Tätowierer, oder es war nie wirklich das eigene Motiv.
Der Name deiner Mutter oder deines Kindes: bereust du nie. Der Name des aktuellen Partners: statistisch riskant. Ein Hund, den du in vierzig Jahren noch liebst: kein Problem. Ein Erlebnis, das dich verändert hat: bleibt.
DEINE FRAGE IST NICHT DABEI?
Schreib mir. Ich antworte selbst.
Berkunst Tattoo — Unterdorfstrasse 7, 3427 Utzenstorf