AUF DIESER SEITE — WOHIN MÖCHTEST DU?
01Sleeve — wie ich ihn aufbaue → 02Tierportrait — was es lebendig macht → 03Warum Black & Grey mein Stil ist → 04Ablauf & Preis →EIN SLEEVE IST KEIN EINZELNES BILD
Ein Sleeve ist für mich nie ein Bild, das ich einfach auf einen Arm lege. Er besteht aus mehreren Flächen, mehreren Fokuspunkten, die am Ende zusammen atmen müssen. Deshalb habe ich auch keinen festen Startpunkt, von dem ich immer losgehe. Der erste Schritt ist bei mir das Gespräch mit dir: was schwebt dir vor, wie sieht dein Arm aus, wo willst du hin damit. Daraus entsteht die Richtung.
Ich denke einen Sleeve in vier Bereichen — Oberarm aussen, Oberarm innen, Unterarm aussen, Unterarm innen —, und die vier fühlen sich für mich nicht gleich an. Der äussere Oberarm und die Schulter sind laut, nach aussen gerichtet. Der innere Oberarm liegt näher an dir, da passen oft die persönlicheren Sachen hin. Der innere Unterarm ist auch stark, aber intim, eher zu dir selbst gewandt als zur Welt. Der äussere Unterarm zeigt wieder mehr nach draussen.
Was ich vermeiden will: ein ganzer Arm mit zehn gleich lauten Hauptmotiven, bei dem das Auge nicht weiss, wo es hinsoll. Wenn ein Sleeve drei wirklich starke Hauptmotive hat, erkennst du auch aus hundert Metern, worum es geht — und genau das macht ihn stark.
MEHRERE MOTIVE, EIN GANZES
Portrait, Uhr, ein Tier dazu — wie das zusammenwächst, entscheidet zuerst dein Geschmack, nicht meine Idee. Deshalb bitte ich dich, mit möglichst vielen Referenzbildern zu mir zu kommen. Alles, was dich anspricht, gespeichert, mitgebracht.
Ich will davon nichts kopieren. Ich will nur lesen, was dir gefällt — dunkler, wolkiger, rauchiger, strukturierter, kontrastreicher, weicher. Wenn ich das sehe, kann ich die Hauptmotive von Anfang an so entwerfen, dass sie zueinander gehören, statt sie hinterher zusammenzuflicken. Übergang, Hintergrund, Kontraste, Tiefe — das plane ich alles als eine Bewegung, nicht als drei separate Teile.
Am Ende trägst du dein Tattoo, nicht meins. Meine Arbeit ist, es fachlich zusammenzusetzen. Deine Bildwelt muss trotzdem drinstecken.
HINTERGRUND UND FREIE FLÄCHE
Rauch, Wolken, Geometrie, Natur, oder einfach nichts — das hängt ganz von dir und vom Gesamtplan ab. Ich glaube nicht, dass jeder Quadratzentimeter voll sein muss. Manche Motive brauchen Luft um sich herum, um überhaupt zu wirken. Andere Projekte tragen es gut, wenn die Fläche komplett gefüllt ist.
Ich schaue mir an, wie du bist, wie das Muster auf dir sitzen würde, was du dir für dich vorstellen kannst. Wenn dein Wunsch von dem abweicht, was ich als Erstes im Kopf gehabt hätte — kann trotzdem sehr gut werden. Ich gehe in die Richtung, die du willst, innerhalb fachlicher Grenzen. Denn hinter allem, was ich mache, muss ich am Ende auch stehen können.
WIE LANGE DAUERT DAS — UND WAS KOSTET EIN ROTES AUTO?
Ich beantworte diese Frage gern mit einer Gegenfrage: was kostet ein rotes Auto? Kommt drauf an, ob Fiat, Volkswagen oder Ferrari. Beim Sleeve ist es genauso. Selbst innerhalb der Realistik gibt es Welten dazwischen — volle Realistik oder eine Bildwelt mit Fokuspunkt, Unschärfe im Hintergrund, Tiefe. Der Aufwand ist jedes Mal ein anderer.
Die genaue Zeit kann ich dir erst sagen, wenn das Design fertig vor mir liegt, in voller Grösse, und ich wirklich sehe, wie viel Arbeit drinsteckt. Weil der Preis daran hängt, muss diese Schätzung stimmen — sonst ist sie für nichts gut.
Zwischen zwei Sitzungen können wir flexibel bleiben, weil eine so grosse Fläche das zulässt. Ich fange an einem Teil an, und schon nach einer Woche — manchmal sogar am nächsten Tag — kann ich an einem anderen Bereich weitermachen. Bis wir zum ersten zurückkommen, ist der oft schon gut verheilt. Ein Sleeve kann also auch zügig vorangehen, wenn wir es gut takten.
Wer wirklich einsteigt, sollte mit mindestens 5 bis 7 Sitzungen rechnen, finanziell im Kopf eingeplant. Muss nicht schnell gehen — kann sich über zwei Jahre ziehen. Ich selbst mag wegen des Rhythmus meistens etwa eine Sitzung im Monat.
Und ja, stilabhängig: Blackwork geht meist schneller, bei Realistik dauert die Detailarbeit einfach länger. Das Design entsteht übrigens nicht allein am Zeichentisch bei mir — wir bauen es gemeinsam, weil es am Ende nicht nur mir gefallen soll.
HALBER ODER GANZER SLEEVE?
Die Frage stellst zuerst du dir: was soll am Ende stehen? Ist das Ziel ein ganzer Arm, plane ich lieber gleich das ganze Projekt — völlig egal, wann die einzelnen Teile tatsächlich gestochen werden. Schritt für Schritt geht immer.
Machen wir dagegen erst eine Hälfte, ohne Plan für den Rest, und kommt Jahre später einfach die andere Hälfte dazu, besteht ein echtes Risiko, dass es am Ende nicht wie ein Ganzes wirkt. Der Plan sollte von Anfang an im Kopf stehen — wann und wie schnell wir ihn umsetzen, ist zweitrangig.
Bei so einem grossen Projekt rate ich auch dazu, am Anfang mehrere Sitzungen einzuplanen. Die Gefahr ist, dass zu viele Pausen den Rhythmus killen und die anfängliche Energie verpufft. Dazwischen passiert das Leben — Heirat, ein Trauerfall, unerwartete Ausgaben, eine Trennung, eine neue Beziehung, eine Reise. Wenn am Anfang aber ein guter Rhythmus steht, kommen wir viel durchgängiger durch. Das sage ich aus Erfahrung, nicht aus der Theorie.
WENN SCHON EIN ALTES TATTOO IM ARM SITZT
Das macht es auf jeden Fall schwerer. Wenn wir das Alte lasern, ist die Ausgangslage fachlich einfacher, weil wir sauberer starten — dafür ist es finanziell die grössere Belastung.
Decken wir es ab, fangen wir genau damit an: wie verschwindet die alte Arbeit, und dann bauen wir den ganzen Sleeve um diesen abgedeckten Bereich herum auf. Das braucht meistens ein stärkeres, dynamischeres, kontrastreicheres Gesamtbild, weil der abgedeckte Teil nirgends rausstechen darf. Alles drumherum muss ungefähr gleich stark sein.
Das Alte einfach einzubauen ist für mich oft die schwerste Lösung von allen. Die alte Arbeit kann gut sein — trotzdem ist sie nicht meine Hand. Jeder Tätowierer hat eine Handschrift. Ich kann mich einem anderen Stil annähern, sogar sehr nah, aber ich werde als Tätowierer wahrscheinlich selbst sehen, wo die eine Arbeit aufhört und die andere anfängt.
WANN IST EIN SLEEVE FERTIG?
Wenn er fertig ist, ist er fertig. Da muss nichts mehr dran. Ich halte nicht viel davon, einen fertigen Sleeve ständig weiter zu „erweitern" — für mich ist das meistens kein gutes Zeichen.
Wenn du nach einem eigentlich fertigen Sleeve trotzdem noch das Gefühl hast, da müsste was hin, würde ich eher fragen: gefällt er dir wirklich, fühlt er sich als Ganzes an? Vielleicht ist nicht das Problem, dass er unfertig ist, sondern dass er dich nicht ganz zufrieden macht. Das ist dann eine andere Arbeit — Rework, eine stärkere Überarbeitung, vielleicht Blackwork oder eine Abdeckung. Aber das ist nicht dasselbe wie einen fertigen Sleeve einfach weiterzumalen.
TIERPORTRAIT — WAS MACHT ES LEBENDIG?
Hier ein Gedanke, der mir wichtig ist, für alle, die sich mit Tierportraits beschäftigen: denk zuerst nicht in Tattoo, sondern in Bild. Nimm dein Handy, schau dir ein gutes Foto deines Tieres an — moderne Kameras arbeiten oft schon mit Tiefenschärfe und erkennen das Hauptthema fast von selbst.
Lebendig wird ein Portrait durch Vordergrund, Fokuspunkt und Hintergrund. Bei einem Hund sind es die Zähne, die Nase, die heraushängende Zunge, das Fell vorn an der Schnauze — und vor allem das Glitzern im Auge. Genau diese scharfen Punkte sagen dir: das ist mein Hund, meine Katze, egal um welches Tier es geht.
Ein Bild dazu, das ich gern gebe: stell drei Flaschen hintereinander vor dich hin und schau nur die mittlere an. Die mittlere ist dein Fokuspunkt. Fokussierst du auf sie, sind die davor und dahinter automatisch unschärfer. Genau diese Logik nehme ich mit ins Portrait.
Ich versuche herauszufinden, was du dem Betrachter mitgeben willst, was der Fokus sein soll — und plane das Bild danach. Oft sind das ein paar gute Schritte in Photoshop, bevor überhaupt eine Nadel in der Hand ist. Sitzt die Planung, und stimmt die Technik, wird das Portrait lebendig. Genau dasselbe gilt für Sleeves: nicht alles darf scharf sein. Erst wenn Vordergrund, Fokus und Hintergrund da sind, fängt das Auge an sich zu bewegen — und darin steckt das Leben.
DAS AUGE
Das Auge bekommt bei mir die meiste Sorgfalt. Es muss der schärfste Punkt sein, dort muss das meiste Licht sitzen, und darin muss das Leben stecken. Wenn irgendwo glitzern und atmen soll, dann dort.
Technisch zaubere ich auf der Haut nichts Neues — ich übertrage, was in der Planung schon feststeht. Deshalb sage ich immer wieder: die wichtigste Arbeit passiert oft in Photoshop, lange bevor ich anfange. Während des Stechens ergänze oder nehme ich natürlich weg, wenn es der Moment verlangt, aber die Grundentscheidung ist vorher gefallen.
Bei Hunden ist auch die Nase ein starker Charakterpunkt und bekommt entsprechend Aufmerksamkeit — aber ins Auge kommt das Leben.
FELL, FEDERN, SCHUPPEN — GIBT ES DA EIN „SCHWER"?
Ehrlich: nein. Es gibt für mich kein Auge, das schwer ist, kein Fell, das schwer ist, keine Feder oder Schuppe, die schwerer wäre als etwas anderes. Du setzt dich hin und machst es.
Wenn sich etwas von einem Referenzfoto nicht auf die Haut übertragen lässt, ist das ein technisches Problem — dann muss ich als Tätowierer noch besser werden, nicht das Motiv verantwortlich machen. Bei den meisten fachlich soliden Tätowierern, die ich kenne, ist die Frage nie, ob gerade Fell, Feder oder Hintergrund dran ist.
Die eigentliche Frage ist immer: wodurch wird das hier lebendig, bewegt, interessant? Und die beantworte ich nicht während des Stechens, sondern vorher, am Zeichentisch.
WELCHE FOTOS BRAUCHE ICH VON DIR?
Am liebsten zwanzig. Je mehr, desto besser — aus zwanzig finde ich das eine, das auf deine gewählte Stelle wirklich passt. Ist unter zwanzig keins wirklich gut, machen wir eben ein einundzwanzigstes. Das ist keine Last, das ist der Punkt, an dem sich am Ende die Qualität entscheidet.
Vieles spielt mit rein: schwarzes oder helles Fell, wie das Licht fällt, was im Hintergrund ist, was wir noch dazuplanen. Hat dein Tier im Gesicht einen Fleck, ein bestimmtes Büschel, ein Merkmal, ohne das es nicht mehr dasselbe Tier wäre? Das muss ich klar sehen können, sonst fehlt am Ende genau das, was für dich zählt.
Auch die Blickrichtung hängt von der Körperstelle ab. Kommt das Motiv auf eine Stelle, die von vorne am besten wirkt — die Vorderseite des Oberschenkels zum Beispiel —, kann es schön sein, wenn dein Tier direkt in die Kamera schaut. Kommt es eher auf die Schulter, eine gewölbtere, seitlichere Fläche, funktioniert oft ein Halbprofil besser.
Je mehr Bilder ich habe, desto mehr Spielraum haben wir beide. Hängst du an einem ganz bestimmten Bild, wählen wir manchmal eher die Körperstelle passend zum Bild als umgekehrt — auch das ist ein völlig gangbarer Weg.
WENN DAS TIER NICHT MEHR LEBT UND NUR EIN SCHLECHTES FOTO DA IST
Mein erster Grundsatz, und den sage ich dir lieber gleich ehrlich: von einem schlechten Bild arbeite ich nicht. Aus schlecht wird kein gutes Ergebnis. Kopiere ich ein schlechtes Foto einfach ab, wird das Tattoo genauso schwach wie das Bild — und ich habe dein Tier nie gekannt, ich kann seine Eigenheiten nicht aus dem Kopf ergänzen, wenn sie auf dem Foto nicht zu sehen sind.
Zum Glück kann heute künstliche Intelligenz bei Pixel- und Detailverbesserung viel abfedern. Ich probiere das gern mit dir zusammen aus, unter deiner Kontrolle. Der entscheidende Moment ist der, in dem du hinschaust und sagst: ja, das ist immer noch mein Hund. Erst dann arbeiten wir damit weiter.
Reicht das Bild trotzdem nicht für ein glaubwürdiges Portrait, überlegen wir gemeinsam einen anderen Weg, die Erinnerung einzufangen — eine Hundehütte, das Lieblingsspielzeug, eine typische Bewegung wie ein Sprung, ein Hintergrund, der zu ihm gehörte. Nicht jedes Erinnerungstattoo muss ein Portrait sein, und manchmal ist der andere Weg sogar der ehrlichere.
WIE KLEIN DARF EIN TIERPORTRAIT SEIN, DAMIT ES IN ZEHN JAHREN NOCH STIMMT?
Eine feste Zentimeterzahl gibt es dafür nicht — es hängt von der Körperstelle und von der Biologie ab. Ein stark besonnter Oberarm altert anders als die Innenseite des Oberschenkels, die kaum Sonne abbekommt.
Pigmente verändern sich mit der Zeit: sie bauen sich ab, wandern minimal, feine Linien und kleine Fellstrukturen werden mit den Jahren unschärfer. Es gibt wunderschöne Mikrorealismus-Arbeiten, die frisch umwerfend aussehen und nach zehn Jahren nicht mehr ganz dieselbe Schärfe haben.
Deshalb setze ich langfristig mehr auf den Charakter als auf das letzte Detail. Die feinste Fellsträhne verliert irgendwann an Schärfe. Steckt der Charakter deines Tieres aber schon in der Planung, bleibt genau der auch in zehn Jahren noch da — und das ist am Ende das, was zählt.
MEHRERE TIERE IN EINEM BILD
Auch das hängt ganz von dir ab, von dem, was dir wichtig ist. Nehmen wir drei Tiere: sind sie dir alle drei gleich wichtig, verdient für mich jedes seinen eigenen, ordentlichen Platz.
Gibt es eine Reihenfolge in deinem Herzen — der erste Hund war der wichtigste, der letzte, der gegangen ist, war die zweite Liebe, und ein drittes Tier steht etwas weniger im Vordergrund —, dann bauen wir daraus eine gemeinsame Komposition. Das Hauptmotiv bekommt den Fokuspunkt, das nächste eine sekundäre Rolle, das dritte kann sogar im Hintergrund erscheinen, in Bewegung — ein Hund, der einem Ball hinterherspringt, etwas unschärfer gehalten. So zeigt die Komposition selbst, was dir am wichtigsten war.
MENSCHLICHES PORTRAIT ODER TIER — WAS IST SCHWERER?
Für mich: nichts davon. Wenn ich fachlich sitze, ist es egal, ob ich einen Pilz tätowiere, einen Schmetterling, einen schwarzen Kreis, eine Zitrone, einen Toaster, ein Menschen- oder ein Tierportrait. Es gibt bei mir kein „das ist schwerer" und kein „das ist leichter".
Was zählt, sind die Referenzbilder und die Körperstelle dazu. Und die Körperstelle beeinflusst das Ergebnis wirklich stark. An einer Rippe kann ich nicht so stabil und detailliert arbeiten wie an Unterarm, Innenarm, Oberschenkel oder Wade. Die Frage ist also nie Mensch oder Tier — sondern welche Referenz, welche Stelle, welche technischen Bedingungen ich vorfinde.
WENN ES WÄHREND DER HEILUNG NICHT ÄHNLICH AUSSIEHT
Das kommt vor, und es ist meistens kein Grund zur Sorge. Während der Heilung liegt oft eine feine, silbrige Schicht auf dem Tattoo — ich nenne sie „silberne Haut" oder „Baby-Haut". Ein dünner, filmartiger Schleier, der Farben, Kontraste und Details vorübergehend verzerren kann. Dein Tattoo sieht in dieser Phase nicht sein wahres Gesicht.
Sobald es vollständig verheilt ist, kommt die Kraft zurück. Sieht es aber auch danach noch nicht ähnlich aus, ist wirklich etwas schiefgelaufen — die Körperstelle wurde nicht mitgedacht, das Motiv falsch platziert, oder die Arbeit war einfach nicht sauber genug.
Da will ich gar nicht viel drumherum reden: wenn es komplett verheilt ist und trotzdem nicht ähnlich aussieht, hat der Tätowierer etwas falsch gemacht. So einfach ist das, und das gilt für mich genauso wie für jeden anderen.
WARUM BLACK & GREY MEIN HAUPTSTIL IST
Darauf habe ich eine fast automatische Antwort: farbige Realistik ermüdet mich richtig. Viele Farben heisst ständige Kopfarbeit — welche Farbe kommt neben welche, wie vermeide ich, dass sich zwei Pigmente vermischen, wann muss die Nadel gereinigt werden, wann ein neues Tuch her.
Wechsle ich zum Beispiel von Rot zu Gelb, ist das für mich mindestens eine kleine eigene Prozedur — Nadel gründlich reinigen, neues Tuch, sauberer Neustart. Diese Unterbrechungen kosten mich Zeit, und ehrlich gesagt auch Kopf.
Bei Black & Grey kann ich viel freier arbeiten, durchgängiger. Ich muss nicht ständig im Kopf behalten, welche Farbe noch an der Nadel klebt, der Fluss reisst seltener ab. Das kommt dem Zustand am nächsten, in dem ich mich beim Arbeiten wirklich fallenlassen kann — und genau in diesem Zustand entstehen meine besten Sachen.
Ich habe grossen Respekt vor Künstlern, die farbige Realistik grossartig beherrschen. Für sie ist dieser Prozess Freude, für mich nicht. Das heisst nicht, dass ich an einen einzigen Stil gekettet bin — verlangt ein Projekt Farbe oder eine andere Technik, greife ich dazu.
WANN ICH NEIN SAGE
Wenn ich vorher schon spüre, dass das Ergebnis nicht gut wird. Oder wenn ich bei der Planung merke, dass ich mich an dieser Stelle, in dieser Situation, beim Arbeiten nicht wohlfühlen würde.
Das heisst nicht, dass ich das Projekt einfach abschmettere. Meistens schlage ich dir eine bequemere oder fachlich bessere Stelle vor, an der ich weiss, dass ich freier arbeiten und die Tiefe wirklich liefern kann, die du dir vorstellst.
Das ist mir wichtig, und ich sage es dir offen: je entspannter ich bin, desto besser wird die Arbeit, die aus meiner Hand kommt. Ich leide nicht gern beim Tätowieren, und ich will nicht, dass du das spürst. Ich nehme Projekte an, bei denen ich weiss, dass wir beide uns dabei wohlfühlen werden — und ich am Ende hinter dem stehen kann, was auf deiner Haut ist.
WIE DER ERSTE KONTAKT ABLÄUFT
Meistens fragst du zuerst nach dem Preis. Ehrlich gesagt kann ich darauf noch keine echte Antwort geben, bevor das Design nicht steht.
Deshalb läuft es bei mir so: zuerst reden wir, lernen uns kennen, schauen, ob wir menschlich und fachlich zueinander passen. Bei diesem ersten Treffen gebe ich dir Ratschläge, sage dir, worauf du achten solltest, was du sammeln kannst, bevor wir weitermachen.
Beim nächsten Termin sitzen wir schon mit Bildern und Ideen zusammen und planen richtig. Da gibt es kein Herumtasten mehr, sondern eine Richtung, die wir gemeinsam gehen. Genau das macht dein Projekt persönlich: mein Fachwissen steckt drin, und dein Geschmack, deine Geschichte, deine Vorstellungen genauso.
Tätowieren heisst für mich heute nicht mehr, dass ich dir vorschreibe, was du tragen darfst. Meine Aufgabe ist zu sagen, welche Richtung fachlich funktioniert und welche nicht. Aber es ist nicht mein Tattoo — es ist deins. Es soll deinen Geschmack zeigen, deine Geschichte, deine Persönlichkeit.
ABLAUF UND PREIS
Der Preis kommt erst, wenn das Projekt steht, wir beide zufrieden sind und du dem Design zustimmst. Vorher will ich dir keine Zahl aus der Hüfte nennen — das wäre unfair, dir gegenüber und mir gegenüber.
Ich rechne die Arbeit zuerst für mich selbst in Stunden durch, daraus wird ungefähr die Sitzungsanzahl, und daraus dein Angebot. Ich rechne dabei bewusst grosszügiger, sicherer. Sage ich zwei Sitzungen, kommt es fast immer mit zwei hin, manchmal sogar mit anderthalb. Abweichungen gibt es, weil wir mit lebendiger Arbeit an lebendiger Haut zu tun haben.
Am Ende steht ein Maximalpreis — eine Obergrenze, an der du dich orientieren kannst. Das heisst aber nicht, dass du diese Summe im Voraus bezahlst. Verschätze ich mich fachlich und die Arbeit braucht mehr Zeit, als ich gesagt habe, zahlst nicht du drauf. Das ist dann mein Fehler, nicht deiner.
Bezahlt wird sitzungsweise. Du zahlst immer nur das, was an dem Tag wirklich gemacht wurde. Willst du danach eine Pause — wegen Geld, Zeit oder einfach, weil du Luft brauchst — kannst du die machen. Der Maximalpreis ist deine Sicherheit nach oben, keine Vorauszahlung.
SLEEVE UND TIERPORTRAIT IM RAUM BERN UND SOLOTHURN
Mein Studio steht in Utzenstorf — 20 Minuten von Bern, 15 von Solothurn, 20 von Biel. Privat, pro Termin nur ein Gast, kein Wartezimmer.
Bei einem mehrjährigen Projekt oder einem sehr persönlichen Erinnerungsportrait ist das für mich kein Luxusdetail. Du sitzt oft bei mir, und manchmal reden wir über Dinge, die dir wirklich nahegehen. Das geht besser, wenn nicht drei Meter weiter noch jemand mithört.
HÄUFIGE FRAGEN
KANN MAN EINEN SLEEVE IN RATEN BEZAHLEN?
Ja, genau so ist es gedacht. Bezahlt wird sitzungsweise, nicht die ganze Summe im Voraus. Der Maximalpreis steht als Obergrenze fest, du zahlst aber immer nur, was tatsächlich schon gemacht wurde.
WAS, WENN ICH NUR EIN SCHLECHTES FOTO VOM VERSTORBENEN TIER HABE?
Dann versuchen wir zuerst gemeinsam, es mit KI-Unterstützung zu verbessern — die Entscheidung, ob es noch dein Tier ist, triffst du. Reicht das nicht, planen wir statt eines Portraits ein anderes Erinnerungsmotiv.
WIE VIELE SITZUNGEN BRAUCHT EIN TIERPORTRAIT ALLEIN?
Deutlich weniger als ein Sleeve — oft eine bis drei, je nach Grösse und Detailgrad. Genau sagen kann ich es erst nach der Planung.
KANN EIN SLEEVE AUCH FARBE ENTHALTEN?
Mein Hauptstil ist Black & Grey, aber ich bin an keinen einzigen Stil gekettet. Verlangt dein Projekt es, arbeite ich auch mit Farbe oder anderen Techniken.
MUSS DAS GANZE PROJEKT SCHON BEIM ERSTEN TERMIN FESTSTEHEN?
Nein. Der erste Termin ist zum Kennenlernen da und für meine Ratschläge. Erst beim zweiten Treffen, mit Bildern und Ideen, entsteht der eigentliche Plan.
BEREIT FÜR DEIN PROJEKT?
Berkunst Tattoo — Unterdorfstrasse 7, 3427 Utzenstorf
20 Min. von Bern · 15 Min. von Solothurn · 20 Min. von Biel