DU BIST NOCH UNSICHER? DAFÜR GIBT ES DIE BERATUNG
Geh zu dem Tätowierer, den du dir ausgesucht hast, und bitte um einen Beratungstermin. Ein guter Fachmensch kann sehr viel Unsicherheit auflösen.
Es ist ein bisschen wie vor einer Scheidung: man macht sich wild Gedanken, was während und danach passiert, weil es nicht das eigene Fachgebiet ist. Man geht zu einer Anwältin, die erklärt den Ablauf, und plötzlich sieht man viel klarer. Beim Tattoo ist es dasselbe. Hast du Fragen? Genau dafür ist das Gespräch da.
Löst sich der Zweifel auch nach einer guten Beratung nicht auf, kann es sein, dass die Idee noch nicht reif ist — oder dass du noch nicht beim richtigen Tätowierer bist. Ein guter Künstler sagt dir auch, wenn er findet, dass du das jetzt noch nicht machen solltest, weil es nur eine spontane Eingebung ist. Oft steckt hinter dem Zweifel, dass jemand nur weiss "ich will etwas", aber noch nicht, was genau. Dann ist es vielleicht noch zu früh.
WIE DIE ERSTE BERATUNG BEI MIR ABLÄUFT
Ganz entspannt.
Du kommst rein, ich biete dir etwas zu trinken an, wir setzen uns hin. Ich frage, wie du zu mir gefunden hast — das interessiert mich wirklich, ich will wissen, woher meine Gäste kommen.
Ich frage auch nach dir, weil mich interessiert, mit wem ich zusammenarbeiten werde. Viele denken nicht daran, aber schon dieses Gespräch hilft mir zu sehen, welcher Stil, welche Richtung zu dir passt. Wir reden, wir lachen, ich lerne dich gern kennen.
Danach kommen wir zu deiner Idee. Ich frage, wie du sie dir vorstellst, warum, was sie ausdrücken soll, falls das eine Rolle spielt. Ich erkläre dir Preise und Ablauf.
Bei einem grösseren Projekt schlage ich einen eigenen Design-Termin vor, an dem wir gemeinsam — aus deinen Ideen, deinem Stil und meinem fachlichen Können — den finalen Entwurf zusammenbauen.
Nach der Beratung bitte ich oft darum, zu Hause Bilder und Inspiration zu sammeln, alles, was du dir an dir vorstellen kannst. Kommen fünf Bilder zusammen, und drei davon zeigen dieselbe Stilrichtung, weiss ich schon sehr viel über dich. So entsteht ein wirklich persönliches Tattoo.
DIE DREI FRAGEN, DIE ANFÄNGER AM HÄUFIGSTEN STELLEN
Die eine: ob ich eine Idee habe, wie sich das, was in ihrem Kopf ist, umsetzen lässt.
Die zweite: wohin das Motiv aus meiner Sicht kommen sollte.
Die dritte: was es kosten wird.
Alle drei kann ich beantworten — nur jeweils am richtigen Punkt. Zur Platzierung kann ich gut Stellung nehmen, sobald ich weiss, wie das Muster aussehen wird. Zum Preis, sobald das Design steht. Und ob ich umsetzen kann, was in deinem Kopf ist — die Antwort ist fast immer ja. Ich habe eine Methode, wie ich das herausarbeite, was du dir vorstellst, und wie wir gemeinsam ein Bild daraus machen.
WIE GROSS SOLLTE EIN ERSTES TATTOO SEIN?
Ganz individuell.
Jeder lässt sich tätowieren, was er will. Es gibt keine Regel, dass das erste klein sein muss.
Wäre dein drittes Tattoo ein grösseres Projekt, würde es genauso wehtun, wie wenn du es gleich als erstes machst. Wie vielt es ist, spielt in dieser Hinsicht keine Rolle.
Es stimmt, dass viele mit etwas Kleinerem starten, als eine Art Einstieg — völlig in Ordnung. Aber ich habe auch das Gegenbeispiel: jemand, dessen erstes Projekt gleich der ganze Arm war. Natürlich nicht in einer Sitzung fertig, aber er ist gleich in ein grosses Projekt eingestiegen. Jeder entscheidet selbst, was zu ihm passt. Steht die Idee wirklich fest und bist du dir sicher, dann zieh es durch.
WELCHE KÖRPERSTELLE FÜR DAS ERSTE TATTOO?
Keine bestimmte.
Das ist nicht meine Entscheidung. Ich kann dir sagen, welche Stellen im Allgemeinen mehr und welche weniger wehtun, aber ich werde dir nicht sagen "lass es dir dort machen, weil es dein erstes ist".
Du entscheidest, wohin und was du willst. Fragst du, wo es weniger wehtut, beantworte ich das gern. Aber eine Körperstelle nur deshalb zu empfehlen, weil es dein erstes Tattoo ist, halte ich für Unsinn.
DER HÄUFIGSTE FEHLER BEI DER ERSTEN WAHL?
Ich glaube, es gibt keinen universellen Fehler.
Ich sehe nicht, dass "Erst-Tätowierte" alle in denselben typischen Fehler laufen. Das ist von Mensch zu Mensch verschieden.
BRINGST DU BESSER EINE FREUNDIN, EINEN FREUND MIT?
Ich bin eher dafür, dass du das nicht tust.
Das hat mehrere Gründe. Der wichtigste: ich will eine persönliche Verbindung zu dir aufbauen. Ist noch jemand dabei, verändert sich die Kommunikation — du verhältst dich anders, sagst anderes und anderes nicht.
Überleg selbst: bist du mit deiner besten Freundin in derselben Situation, verhältst du dich nicht genauso, als wärst du allein.
In den Tätowierbereich selbst lasse ich ohnehin keine Begleitung. Dort gehen nur ich und du rein. Das ist kein Kino, keine Party, kein Ausflug. Es ist eine Verwandlung, bei der es um den Tätowierer, das Motiv und dich geht.
Anders sieht es aus, wenn zum Beispiel zwei zusammen für ein Freundschaftstattoo kommen — das hat eine andere Dynamik.
WAS DU VOR DER BERATUNG NICHT VERGESSEN SOLLTEST
Bei mir gibt es keine feste Fragenliste — ich führe das Gespräch ziemlich strukturiert und erkläre dir den ganzen Ablauf von selbst. Ich bereite dich auch auf Dinge vor, an die du vielleicht selbst gar nicht gedacht hättest.
Zum Beispiel: komm nicht mit frisch eingecremter Haut zum Termin. Sonst kann ich weder richtig arbeiten noch die Folie sauber aufkleben. Solche Kleinigkeiten sage ich dir vorher — mein Ziel ist, dass am Ende nichts Wichtiges übrigbleibt, das du extra aus mir herausfragen musst.
MENTALE VORBEREITUNG — WIE ICH DARÜBER DENKE
Natürlich gibt es die.
Jeder weiss, dass das eine Entscheidung fürs Leben ist. Diese Entscheidung sollte fallen, wenn sie eine echte Entscheidung ist — nicht eine aus der Luft gegriffene Idee.
Ich finde: steckt ein Motiv schon länger in deinem Kopf, willst du es wirklich, bist du dir sicher — dann lässt sich sogar der Schmerz leichter aushalten.
Tätowieren ist für mich kein Spiel. Es ist etwas sehr Tiefes. Wir holen etwas aus der Welt unserer Gedanken heraus in die physische Welt und setzen es auf die eigene Haut. Wir übernehmen es, leben damit, und es wird auf eine gewisse Weise Teil dessen, wie die Welt uns sieht.
Es lohnt sich zu überlegen, ob du es auch in zehn Jahren gern tragen würdest. Und gleichzeitig darfst du dich auch freuen. Das erste Tattoo kann ein Tag werden, den du nie vergisst. Geh dorthin, wo du spürst, dass alles gut wird.
WARUM ES BEI VIELEN NICHT BEIM EINEN BLEIBT
Weil Tätowieren eine verdammt gute Sache ist.
Mit sehr wenigen Dingen können wir so körperlich ausdrücken, in welchem Zustand wir gerade sind. Wir können uns an etwas erinnern, ein Symbol, ein Amulett auf uns tragen, etwas, das aus unseren eigenen Gedanken kommt.
Das prägt, wie wir aussehen, und auch, wie wir über uns selbst denken. Und Menschen haben nicht nur einen Gedanken. Deshalb kommen sie wieder, mit einer neuen Idee. Ich finde das eine sehr gute Sache.
WENN ELTERN SICH SORGEN MACHEN
So ist das Leben. Als Eltern macht man sich Sorgen, man sorgt sich um seine Kinder. Das gehört dazu.
Findet ein Elternteil, dass das erwachsene Kind noch nicht reif genug für ein Tattoo ist, kann er als guter Elternteil zumindest das Studio prüfen, zu dem das Kind gehen will.
Verbieten lässt sich das Tattoo wahrscheinlich nicht. Das sage ich aus eigener Erfahrung — ich selbst habe sehr jung angefangen, mich tätowieren zu lassen, und man konnte es mir auch nicht verbieten.
Was Eltern aber tun können: verhindern, dass ihr Kind bei einem schlechten Studio, einem schlechten Tätowierer oder mit einem völlig unpassenden Motiv landet. Die Entscheidung liegt beim erwachsenen Kind — die Eltern können so helfen, dass daraus wirklich Hilfe wird.
WAS DU WISSEN SOLLTEST, BEVOR DU DICH SETZT
Dass es eine verdammt gute Sache wird.
Du wirst dich über dein Tattoo freuen, und alles wird gut. Zumindest tue ich in meinen Händen alles dafür, dass genau das passiert.
Mehr braucht es eigentlich nicht.
HÄUFIGE FRAGEN
WIE GROSS SOLLTE MEIN ERSTES TATTOO SEIN?
Ganz individuell — es gibt keine Regel, dass das erste klein sein muss. Manche starten klein, andere gleich mit einem grossen Projekt. Beides ist richtig, wenn die Idee wirklich feststeht.
SOLL ICH JEMANDEN ZUR BERATUNG MITBRINGEN?
Nandi rät eher davon ab — die persönliche Verbindung entsteht besser unter vier Augen. In den Tätowierbereich selbst darf ohnehin niemand mit hinein, ausser bei einem gemeinsamen Freundschaftstattoo.
WELCHE KÖRPERSTELLE EMPFIEHLST DU FÜR DAS ERSTE TATTOO?
Keine bestimmte — das entscheidest du selbst. Nandi berät gern zu Schmerzintensität, schreibt aber niemandem eine Stelle vor.
WAS, WENN MEINE ELTERN DAGEGEN SIND?
Die Entscheidung liegt bei dir als Erwachsenem. Eltern können unterstützen, indem sie das Studio prüfen, statt das Tattoo verbieten zu wollen.
IST DAS BERATUNGSGESPRÄCH KOSTENLOS?
Ja. Das erste Kennenlernen kostet nichts und verpflichtet zu nichts.
BEREIT FÜR DEIN ERSTES TATTOO?
Schreib mir, wir reden in Ruhe darüber.
Berkunst Tattoo — Unterdorfstrasse 7, 3427 Utzenstorf